Das schöne Märchen
Ricardo Kunz • 4. November 2024
2. Das schöne Märchen von der freien Entscheidung
Teil 1.
Denken Sie, Sie entscheiden unabhängig? Denken Sie, Ihr freier Wille ist die Grundlage für Ihre Entscheidungen? Glauben Sie, Sie bedenken immer alle wichtigen Aspekte und leiten daraus die zielführenden Maßnahmen ab? Kommen Sie Ihrem großen Traum so Stück für Stück näher?
Teil2.
Ihre Genetik und vor allem die Epigenetik (Einfluss von Umweltfaktoren), vorgeburtlich und dann bis ca. zum vierzehnten Lebensjahr, entscheidet auch über den Umgang mit den eigenen Wünschen im restlichen Leben.
Vorgeburtlich hängen Sie naturgemäß an Ihrer Mutter und damit an deren Kreislauf. Damit nehmen Sie auch alle Botenstoffe aus dem Gehirn Ihrer Mutter auf. Wenn diese nun viele Stresshormone enthalten, wird damit auch das Stressverarbeitungs- und das Selbstberuhigungssystem geprägt. Es ist eine vereinfachte Darstellung, aber im Grunde trifft es den Kern – Sie werden vorgeburtlich von Ihrer Mutter, deren Erlebnissen und weiteren Umwelteinflüssen geprägt.
Teil 3.
Was machen Sie nun mit dieser Erkenntnis, falls es eine Erkenntnis für Sie ist?
Zuerst einmal ist es wichtig den Mechanismus hinter der eigenen Meinung zu verstehen. Wovon werden Ihre Meinungen beeinflusst? Wie kommen Sie gerade zu Ihrer Sicht der Dinge?
Zusammenfassung.
Sie haben das Gefühl einer freien Entscheidung, wenn Sie Ihre ganz eigenen Bedürfnisse kennen und als Maßstab nehmen. Ihre Ziele haben sich aus Ihren Bedürfnissen im Fluss der Zeit entwickelt. Sie sind veränderlich. Dabei sind erst die Mechanismen zu erkennen und dann Schlüsse zu ziehen.
Denken Sie, Sie entscheiden unabhängig? Denken Sie, Ihr freier Wille ist die Grundlage für Ihre Entscheidungen? Glauben Sie, Sie bedenken immer alle wichtigen Aspekte und leiten daraus die zielführenden Maßnahmen ab? Kommen Sie Ihrem großen Traum so Stück für Stück näher?
Mitnichten…! Ihre Prägungen haben meist die besseren Argumente. Sie reden immer mit.
Teil2.
Ihre Genetik und vor allem die Epigenetik (Einfluss von Umweltfaktoren), vorgeburtlich und dann bis ca. zum vierzehnten Lebensjahr, entscheidet auch über den Umgang mit den eigenen Wünschen im restlichen Leben.
Vorgeburtlich hängen Sie naturgemäß an Ihrer Mutter und damit an deren Kreislauf. Damit nehmen Sie auch alle Botenstoffe aus dem Gehirn Ihrer Mutter auf. Wenn diese nun viele Stresshormone enthalten, wird damit auch das Stressverarbeitungs- und das Selbstberuhigungssystem geprägt. Es ist eine vereinfachte Darstellung, aber im Grunde trifft es den Kern – Sie werden vorgeburtlich von Ihrer Mutter, deren Erlebnissen und weiteren Umwelteinflüssen geprägt.
Von der Geburt an bis ca. zum dritten Lebensjahr werden Sie weiter entscheidend geprägt. So wird es zum Beispiel sein, dass wenn Sie sehr ängstliche Eltern haben, Sie selbst so geprägt werden und Ihr Leben lang geprägt bleiben: Zurückhaltend gegenüber neuen Situationen – eher ängstlich. Wenn Sie als kleines Kind ständig erzählt bekommen, dass Sie aufpassen und lieber nicht rennen und springen sollen, werden Sie das unterbewusst als mögliches Risiko Ihr Leben lang einschätzen.
Die gleiche Prägung erfahren Sie auch in anderen Bereichen- zum Beispiel in Auseinandersetzungen. Wenn Ihre Eltern Sie als Kind nicht zu Wort kommen lassen, wenn Sie Gedanken und Meinungen nicht ausführen dürfen, werden Sie später kaum Worte für Ihre Empfindungen haben. Sie werden oft im halben Satz stecken bleiben – blockiert sein. Zum einen, weil Ihnen tatsächlich in Stresssituationen die Worte fehlen, zum anderen, weil Sie das Gefühl haben, es sei egal ob Sie etwas sagen oder nicht. Ihre Meinung ist für Ihre Bezugspersonen unerheblich.
Ein ähnlicher Mechanismus tritt nun auch im Umgang mit den eigenen Wünschen auf. Sie haben vermutlich nie gelernt, wie sich Wünsche erfüllen lassen. Ihnen wurde anerzogen, andere Menschen und deren Wünsche wichtiger zu nehmen.
Ein weiterer Aspekt ist der Umgang mit erlebten Verletzungen – körperlich wie psychisch. Wenn Sie als Kind hinfallen und keinen oder wenig Trost erfahren, wird Ihre Seele lernen, dass Ihre Schmerzen nicht so wichtig für die Umwelt sind. Genauso verhält es sich bei Mobbing oder anderen psychischen Ungerechtigkeiten, die Sie in Ihren frühen Jahren erfahren haben. Wenn diese auch noch im engsten Umfeld, bei Ihren Bezugspersonen auftreten, sind die Folgen entsprechend schwerwiegend. Die Erfahrung, dass Ihre Meinung nicht viel zählt, hat sich tief in Ihre Seele eingebrannt.
Teil 3.
Was machen Sie nun mit dieser Erkenntnis, falls es eine Erkenntnis für Sie ist?
Zuerst einmal ist es wichtig den Mechanismus hinter der eigenen Meinung zu verstehen. Wovon werden Ihre Meinungen beeinflusst? Wie kommen Sie gerade zu Ihrer Sicht der Dinge?
In einem zweiten Schritt destillieren Sie Ihren Wunsch heraus. Dieser wird sich im besten Fall an IHREN Bedürfnissen orientieren, falls Ihnen diese überhaupt klar sind. Bedürfnisse unterliegen dem Fluss der Zeit und verändern sich manchmal grundlegend. Wünsche sind deshalb ebenfalls grundsätzlich veränderlich.
Im dritten Schritt entsteht aus Ihrem derzeitigen Wunsch ein Wille und damit ein Ziel.
In einem vierten Schritt treffen Sie Entscheidungen, die die Erfüllung Ihres Zieles fördern. Das Ziel ist also die praktische und immer verfügbare Richtschnur. Ihre Entscheidungen müssen sich daran messen lassen, wie gut sie zum Erreichen des Ziels geeignet sind.
Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass Ihre grundsätzlichen Eigenschaften, Ihre Prägungen erhalten bleiben. Sie können sich aber neue Verhaltensweisen angewöhnen und so über Ihre alten Verhaltensweisen „drüberlernen“. Dabei helfen positive Erfahrungen sehr.
Eine Emanzipation von einigen Ihrer Prägungen ist ein schwieriger, aber überaus lohnender Weg. Besonders dann, wenn Sie das Bedürfnis nach innerer Ruhe und Selbstsicherheit haben.
Ein guter Coach begleitet Sie in diesem Prozess, da Sie auch weiterhin von Ihren Prägungen beeinflusst werden, selbst wenn Sie die Mechanismen kennen. Er hilft Ihnen bei den einzelnen Prozessschritten.
Zusammenfassung.
Sie haben das Gefühl einer freien Entscheidung, wenn Sie Ihre ganz eigenen Bedürfnisse kennen und als Maßstab nehmen. Ihre Ziele haben sich aus Ihren Bedürfnissen im Fluss der Zeit entwickelt. Sie sind veränderlich. Dabei sind erst die Mechanismen zu erkennen und dann Schlüsse zu ziehen.
Sie sind und bleiben trotz Ihrer Prägungen für sich und Ihr Leben verantwortlich. Auch dafür, was Sie weitergeben. Das wird Ihnen nicht abgenommen. Sie erhalten aber Unterstützung, wenn Sie sie diese annehmen können.
Es ist zwar ein steiniger und langer Weg zu sich selbst aber dafür warten endlich Antworten auf die vielen Fragen.